Brauchen wir veganes Pouletfleisch?

Als ich das erste Mal vom veganem Pouletfleisch „PLANTED CHICKEN“ hörte, dachte ich, das ist wieder so ein künstliches Lifestyleprodukt, das wir nicht brauchen. Fleischimitate – nein, danke! Es gibt genug leckere Möglichkeiten vegetarisch zu essen.
Doch je mehr ich darüber las, desto mehr stieg mein Interesse. Vier junge Menschen wollen etwas verändern! Sie suchten eine klimafreundlichere Alternative zur Fleischproduktion und gründeten ein Start-up. An der ETH Zürich haben sie ein veganes Produkt entwickelt, das nur aus 4 Bestandteilen besteht: Erbseneiweiss, Erbsenfasern, Rapsöl und Wasser. Im Geschmack und in der Beschaffenheit ist es echtem Pouletfleisch verblüffend ähnlich.
Auf der Homepage von planted ist zu lesen: Unsere Produkte helfen dabei, einen aktiven Beitrag zum Klima- und Umweltschutz zu leisten: Im Vergleich zu konventioneller Tierhaltung werden für die Produktion von planted Erzeugnissen 90% weniger Land und 66 % weniger Wasser verbraucht sowie 66 % weniger Treibhausgase erzeugt.

Das kling gut, auch wenn für mich noch einige Fragen offen sind. Zum Beispiel: Wie stark verändert sich die Struktur der Eiweissmoleküle bei der Herstellung? Wie umweltfreundlich ist der Anbau der Erbsen und die Gewinnung des Proteins? Die Bezeichnung „Fleisch“ stört mich, aber ich weiss keine bessere Alternative.

Wir brauchen neue, innovative Ideen zum Schutz unseres Klimas, ich werde die junge Firma unterstützen und PLANTED CHICKEN wieder kaufen. Uns schmeckt es. Aber, wenn ich richtig Lust auf Fleisch habe, kaufe ich Fleisch in richtig guter Qualität und aus tiergerechter Haltung.

Zu kaufen gibt es „PLANTED CHICKEN“ u.a. im Coop Reinach und Aeschenvorstadt.

Was denkst du über veganes Fleisch und eine klimafreundliche Ernährung? Gerne darfst du hier deine Spuren hinterlassen. Klimafreundlich essen - integrative Ernährungsberatung, Baselland

Hier geht’s zur Homepage von planted mit Rezepten

7 Antworten auf „Brauchen wir veganes Pouletfleisch?“

  1. Super Beitrag…! 🙂 Sehr interessant!
    Ich habe im 2018 sieben Monate gar kein Fleisch gegessen, was mir überhaupt nicht schwer gefallen ist. Fleisch-Ersatz habe ich damals nicht gegessen, weil ich dachte, es wäre unökologisch und hätte zu viele Zusatzstoffe! Auch waren mir die Tofu-Artikel anno 2000 im Gedächtnis.
    Trotz allem konnte ich mich vielseitig und lecker ernähren – und habe sogar beim Grillieren feine Sachen für mich gefunden.
    Dein Beitrag hat mich jetzt aber darauf aufmerksam gemacht, dass es sogar Schweizer Produkte gibt, ohne hunderttausend Zusatzstoffe…
    Suuuper!
    Werde das Produkt mal testen! 😉

  2. Liebe Margreth,ich möchte mich nochmals zu Wort melden. Auch, wenn ich mich sehr skeptisch gegenüber den neuen Entwicklungen äussere, vergeht mir der Appetit auf Fleisch. Gerade jetzt war wieder ein Artikel in der NZZ über Missstände in der Tierhaltung. Wenn Tiere krank sind, kommen sie auf die Schlachtbank, weil div. Bauern die Zeit zum Pflegen fehlt. Das kranke Fleisch landet dann bei uns auf dem Teller. Das finde ich schlimm.

    1. Kommentar:
      Du greifst ein heikles Thema auf. Ich esse gerne Fleisch und ich gebe zu, ich verzichte nur ungern. Ist das die Macht der Gewohnheit? Dazu kommt, dass man gar nicht recht weiss, was schlechter oder besser für Umwelt ist. Es muss jeder in der eigenen Küche schauen, was er ändern will. 🙂 Aber ich finde es toll, wie junge Menschen die Initiative ergreifen. Meine Anerkennung!!!!

  3. Hallo Petra, du meinst sicher den Artikel: „Auf die Schlachtbank statt zum Tierarzt -Landwirten fehlt die Zeit zur Pflege erkrankter Tiere. Um diese kostengünstig loszuwerden, werden auch fragwürdige Methoden angewandt.“ Ja, das stimmt mich auch sehr nachdenklich, d.h. für mich „Augen auf“ beim Fleisch kaufen.

  4. Hallo Fr.Ki
    Ja, die Macht der Gewohnheiten, das ist eine gute Frage. Gewohnheiten haben ja auch etwas Gutes. Eine befreundete Berufskollegin hat mir geschrieben, das wir oft nicht merken, wenn es an der Zeit ist etwas zu verändern. Ich denke auch manchmal, kommen wir mit der schnelllebigen Zeit überhaupt noch mit?

  5. Ich bin ein offener Mensch und werde das Plantet Chicken auf jeden Fall einmal probieren. Ökologisch ist das bestimmt ein guter Ansatz einen Beitrag für unsere Umwelt zu leisten. Für „eingefleischte Fleischesser“ ist das eine Möglichkeit ihren Fleischkonsum einzuschränken. Ich mag die Vegi Küche sehr, aber zwischendurch darf es auch einmal Fleisch sein.
    Moni

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